Das was ich in Iran unbedingt einmal sehen wollte war das Anbaugebiet des Safran. Das liegt in Mashad im Osten des Iran. Dort erfuhren wir, dass das eigentliche Anbauzentrum in Qaen liegt ein gutes Stück südlich von Mashad. Dort angekommen war aber nicht viel von Anbaufeldern zu sehen außer ein paar kleine Flecken die wir schon bei der Herfahrt immer wieder entdeckten.
What I absolutely wanted to see in Iran was the saffron cultivation area. It is located in Mashhad in the east of Iran. There, we learned that the actual cultivation center is in Qaen, a good distance south of Mashhad. However, upon arrival, there wasn't much to see in terms of cultivation fields, except for a few small patches that we had already noticed on the way there.
Wir wurden aufgeklärt, das große Anbaugebiet liegt in Aziz weitere 100 km östlich von Qaen nahe der afghanischen Grenze. Wir fuhren noch am Abend los um am nächsten Morgen die Ernte zu fotografieren. Diese beginnt so haben wir erfahren in den frühen Morgenstunden kurz nach Sonnenaufgang. Der Grund: die Blüten sind zu dieser Zeit noch geschlossen und lassen sich dadurch einfacher zupfen. Stellt man sich jetzt riesige Felder die sich soweit das Auge reicht erstrecken so wird man enttäuscht sein. Die Felder sind natürlich größer als alles andere was wir bisher gesehen haben entspricht aber bei weitem nicht unseren Vorstellungen. Wir haben aus verschiedenen Quellen erfahren, dass wir hier richtig sind und dies wurde uns auch später nochmals bestätigt. Jetzt kann ich auch gut verstehen warum der Safran so teuer ist. Jede einzelne Blüte wird von Hand gezupft und später werden die Safranfäden von Hand aus der Blüte gezogen, in kleinen Bündeln mit Garn umwickelt und zum Trocknen aufgehängt. Ich vermute, dass die Haupterntezeit bei unserer Ankunft schon vorbei war, denn es waren nach meinem Eindruck viel zu wenig Erntearbeiter auf den Feldern. Ich hatte vielmehr den Eindruck, dass dies alles Privatleute waren, die die Felder nochmals durchkämmten. Obwohl mir das Gegenteil vermittelt wurde und der Grund der Mangel an Wasser sei für den geringen Ernteertrag.
We were informed that the large cultivation area is in Aziz, another 100 km east of Qaen, near the Afghan border. We set out in the evening to photograph the harvest the next morning. We learned that the harvest begins in the early morning hours shortly after sunrise. The reason: the flowers are still closed at that time, making them easier to pluck.
If one imagines vast fields stretching as far as the eye can see, there might be disappointment. The fields are, of course, larger than anything we had seen before, but they still do not meet our expectations. We heard from various sources that we were in the right place, and this was later confirmed. Now, I can understand why saffron is so expensive. Each individual flower is plucked by hand, and later, the saffron threads are hand-pulled from the flower, wrapped in small bundles with yarn, and hung to dry. I suspect that the main harvest time was already over when we arrived because there seemed to be too few harvest workers in the fields. Instead, it seemed that these were all private individuals combing through the fields again. Despite being told otherwise, the reason for the low harvest yield was attributed to a lack of water.
Im Laufe unseres Aufenthalts in Qaen hatten wir eine Menge Kontakte und auch kleine Erlebnisse die ich nun Birgit übergebe zu erzählen:
Nun geht die Reise weiter Richtung Qaen, der Hochburg des Safrans, wie uns mehrfach versichert worden ist. Im Ort angekommen, sehen wir außer den anderswo ebenso vorhandenen Safran-Feldern, nichts, was darauf deuten ließe, dass wir im Epizentrum des Safrans angekommen wären. Von Safran keine Spur. Nicht einmal einen Kreisverkehr ziert eine Krokusblüte. Nüscht.
Wir erhoffen uns weitere Informationen bei einem Essen. Zufällig wählen wir das beste Kebap-Restaurant der Stadt. Zum Essen bekommen wir zu dem iranischen noch zusätzlich pakistanischen Reis, der in seiner Form noch länglicher ist. Nach dem Essen interessieren wir uns für die Küche von Hassan, dem Eigentümer. Riesige Töpfe mit Reis, eine Grillstation für das Kebab und jede Menge Betrieb von Essensabholern. Dabei treffen wir auf Akbar und seine Frau Fatima mit 2 Mädchen. Er bietet uns an, uns zu einem Krokus-Feld zu bringen. Dieses Feld entspricht nicht ganz unserer Vorstellung und Akbar hat eine andere Idee: Safran wird früh morgens geerntet, wenn es noch frisch ist. Dazu würden wir um 5 Uhr früh zu einem Ort aufbrechen, in dem wir eine Safran-Farm besuchen könnten. Er bringt uns noch vor das Haus seiner Mutter und seines Restaurants, wo wir übernachten sollen.
Im Laufe des Abends haben wir immer wieder Besuch von der Familie, meistens in Gefolgschaft einiger Freunde. So geht es in unserer Wohnkabine wild durcheinander. Fatima hat ihre Krokus-Ernte mitgebracht und zeigt uns fingerfertig, wie man die 3 Fäden Safran aus der Blüte erntet. Später am Abend zeigt sie uns dann noch ihre Ausbeute. Ein weiteres Mal erscheint der Besuch, um uns einen neuen Plan zu präsentieren. Es hat leicht geregnet und die morgige Ernte würde ausfallen. So fahren wir morgen erst gegen Abend in das Zielgebiet.
Am nächsten Morgen ist Akbar sehr aufgeregt, die Krokusse ständen auf dem Feld und so fahren wir in die nähere Umgebung, um die Blüten zu fotografieren. Danach gibt es noch eine Sightseeing-Tour durch den Ort und eine Einladung zu ihm ins Lokal. Er zeigt uns noch, wie man Kebab-Spieße bestückt und Jürgen darf noch Schafsleber und Schafschwanz probieren. Nun warten wir auf unseren Abholer für den Abend im Auto.
Wir fahren gegen Abend in das etwa 100 Kilometer entfernte Abiz, nahe der afghanischen Grenze. Hadi hat arrangiert, dass wir am Ortsende von Abiz für die Nacht stehen können. Auch ein Treffen mit dem Bürgermeister von Abiz hat er arrangiert. Kaum stehen wir, kommt auch schon die Polizei mit 3 Mann vorbei. Reisepass und Visa wollen sie sehen. Es dauert etwas länger, bis sie alles geklärt haben und hinterlassen auch noch die Nummer, die wir anrufen könnten, falls wir Hilfe benötigen würden. Heute Nacht wären wir auf jeden Fall sicher, sie würden regelmäßig patrouillieren. Und schon ist der Bürgermeister Kiani mit einem Gefolgsmann bei uns in der Kabine zu Gast. Sie bringen Gastgeschenke. Über eine Handy-Übersetzungs-App kommunizieren wir. Nach einer halben Stunde verabschieden sie sich.
Am nächsten Morgen um 5 Uhr warten wir auf die angekündigten Arbeiter, die uns mit aufs Feld nehmen würden. Nachdem sich niemand blicken lässt, fahren wir selber los und fangen ein paar Eindrücke ein. Ein (privater) Pflücker lädt mich ein, es selbst zu probieren. Am Ende seiner Arbeit zeigt er mir seine Ausbeute. Ein anderer Pflücker bringt mir einen dicken Strauss Blüten vorbei. So ernte ich auch ein paar Safranfäden für uns.
Am Abend haben wir eine Einladung von Hadi und Sara angenommen. Um 20 Uhr sollen wir uns an dem Bozorgmehr Tomb über der Stadt von Qaen einfinden, der aufwändig beleuchtet ist. Für den Abend hat er mit etwa 20 Freunden ein Arrangement getroffen, bei dem 5 traditionelle Trommlerinnen in bunter Tracht ihre Lieder singen. Männer beginnen zu der Musik landestypisch zu tanzen. Zum Abschluss gibt es noch eine spezielle Süßspeise, deren Grundzutat ein Extrakt ist, die aus einer bestimmten Pflanzenwurzel stammt, die zusammen mit Wasser und Zucker zuerst schaumig geschlagen wird und sodann in einer großen Schüssel mit einem Bund Hölzern zu einer Art Schnee aufgeschlagen wird. Es war ein wirklich aussergewöhlich gut gelungener Abend.
During our stay in Qaen, we had many contacts and small experiences, which I will now pass on to Birgit to tell:
The journey continues towards Qaen, the stronghold of saffron, as we have been assured multiple times. Upon arriving in the town, apart from the saffron fields present elsewhere, there is nothing to suggest that we have arrived at the epicenter of saffron. No trace of saffron. Not even a roundabout adorned with a crocus blossom. Nothing.
We hope to gather more information during a meal. By chance, we choose the best kebab restaurant in the city. In addition to the Iranian food, we also get Pakistani rice, which is even longer in its form. After the meal, we inquire about Hassan's kitchen, the owner. Huge pots of rice, a grill station for kebabs, and a lot of activity from food pickers. Here, we meet Akbar and his wife Fatima with two girls. He offers to take us to a crocus field. This field doesn't quite match our expectations, and Akbar has another idea: saffron is harvested early in the morning when it is still fresh. To do this, we would leave at 5 am to visit a saffron farm. He takes us to his mother's house and his restaurant, where we are to stay overnight.
Throughout the evening, we have visits from the family, usually accompanied by some friends. It's a lively scene in our living cabin. Fatima has brought her crocus harvest and skillfully shows us how to harvest the three saffron threads from the flower. Later in the evening, she shows us her haul. Another visit appears to present a new plan. It has lightly rained, and tomorrow's harvest would be canceled. So, we plan to drive to the target area tomorrow evening.
The next morning, we wait at 5 am for the announced workers who would take us to the field. Since no one shows up, we set out ourselves and capture some impressions. A (private) picker invites me to try it myself. At the end of his work, he shows me his harvest. Another picker brings me a thick bunch of flowers. So, I harvest some saffron threads for us.
In the evening, we have accepted an invitation from Hadi and Sara. We are to meet at 8 pm at the Bozorgmehr Tomb above the city of Qaen, which is intricately lit. For the evening, he has arranged with about 20 friends, where 5 traditional drummers in colorful costumes sing their songs. Men begin to dance to the music in a local style. To conclude, there is a special dessert whose main ingredient is an extract from a specific plant root, which is first whipped into a foam with water and sugar and then beaten into a kind of snow in a large bowl with a bundle of sticks. It was a truly exceptionally well-executed evening.




























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