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Der Grenzübergang nach Saudi war problemlos Fahrzeugkontrolle fand praktisch nicht statt. Das Carnet erfolgte elektronisch, ist nur zu hoffen, dass bei der Ausreise diesbezüglich nichts schief läuft.

Der erste Abschnitt unserer Saudireise galt einer Wüsten Tour durch die Rub Al Kali zu den blauen Seen Umm al Hays, sechs an der Zahl. Vorab wollten wir aber noch einen Abstecher zum „Judahs Tumb“ einer Felsformation der die Form eines Daumens haben soll und daher auch der Name. Für mich nur ein schönes Fotomotiv.

Schon am nächsten Tag steuerten wir ein Naturschutzgebiet an, den Yellow Lake. Hierbei handelt es sich um ein riesiges Sumpf und Match Gebiet bei der man höllisch aufpassen muss wohin man fährt, erst gegen Ende erkennt man den See.
Leider war es uns nicht vergönnt den schönsten Punkt des Sees zu erreichen eine tiefe Wasserrinne quer zur sicheren Piste versperrte uns den Weg und es fand sich auch keine Alternative. So eine Wasserrinne zu durch fahren bedeutet einen sicheren Hänger aus dem man sich selbst mit einem zusätzlichen Fahrzeug kaum befreien kann. Trotzdem verbrachten wir die Nacht an einem attraktiven Platz direkt am See und der Besuch der saudischen Moskitos war uns auch gewiss, es sind die gleichen Teufel wie die heimischen Artgenossen.

Die Weiterfahrt waren gezeichnet von Industrieanlagen, Raffinerien gelegentlich ein Beduinenzelt nahe der Straße und immer wieder Kamele die unbekümmert die Straße kreuzten. 

Auf dem Weg zur Wüste stoppten wir noch für zwei Tage am Persischen, jetzt Heist er Arabischer Golf, zum Ausruhen. Einige hundert Kilometer folgen teils auf Piste entlang des Golfs teils auf Asphalt bis zum Einstiegspunkt zu unserer Tour zu den Seen in der Rub Al Khali.

Bis zu den Seen 370 km Piste gut befahrbar aber die ersten 150 km wenig attraktiv.

Wir reduzieren den Reifendruck von 6 auf 4 Bar und minderten dadurch die Wellblechpiste auf ein ertragbares Niveau. Die Piste wird von großen Trucks benutzt die mit allerlei Maschinerie die Öl Camps versorgen.

Ein kleiner Zwischenfall lockerte die doch anstrengende Pistenfahrt. Auf einer leichten Steigung trafen wir einen im Sand festsitzenden Sattelschlepper den wir dann mit Hilfe eines speziellen Abschleppseils das unser Schweizer Reisepartner mit in seinem MAN hatte. In das locker liegende Seil kann mit mäßiger Beschleunigung angefahren werden und das entstehende Dehnungsmoment unterstützt die Zugkraft und ist dabei noch schonend für beide Fahrzeuge. Hat gut geklappt und der gute Man konnte seine Reise fortsetzen.

Die Piste wurde etwas sandiger denn bis jetzt kratzten wir nur den Rand der Wüste, sandiger bedeutet weniger Wellblech und etwas komfortableres Fahren. Die Dünen wurden etwas größer und das Wüstenfeeling entwickelte sich. Lange folgten wir noch den geschobenen Truck Pisten bis diese gänzlich versandeten und wir uns endlich den Seen näherten. Insgesamt waren wir für die Hinfahrt zwei einhalb Tage unterwegs Geschwindigkeit 40km/h selten 50km/h.

Über die Seen selbst lasse ich die Bilder sprechen, glasklares Wasser mit leichtem Schwefelgeruch ein richtiges Thermalbad. Zum Baden eignete sich leider nur ein kleiner See, der Große war nur knapp einen halben Meter Tief und man versank sofort im tiefen Schlamm aus dem ich Mühe hatte wieder heraus zu kommen. Zu meiner Freude entdeckten wir einen einzelnen weißen Flamingo auf dem großen See, armer Kerl so alleine.

Am Spätnachmittag erreichte eine saudische Offroad Truppe mit ihren schweren Toyotas die Seen und campierten auf der gegenüberliegenden Seite des Sees. Für Ihr Abendessen hatten sie eine lebendige Ziege auf einem Pickup dabei, die Einladung zum Abendessen lehnten wir dankend ab zumal Christian unser Schweizer Reisegefährte Vegetarier ist.

Wir verbrachten zwei Nächte an den Seen, dann stand die Rückfahrt an und das bedeutete den selben langen Weg wieder zurück und dann nochmals ca. 300km über Asphalt quer durch die Rub bis zur omanischen Grenze.

Die alternative Route ca.150km Piste durch Sperrgebiet dann 100km Asphalt auf einer nur für Militär benutzbaren Strecke entlang der omanischen Grenzlinie bis zur Saudisch/omanischen Grenzstation, Risiko!

 

 

Es war schon dunkel als wir das Ende der Militärstraße und den von uns schon erwarteten Checkpoint erreichten. Von Weitem erkannten wir ein Fahrzeug vermutlich ein Toyota Pickup wie sich dann auch herausstellte und ohne Licht. Beim Näherkommen tauchten zwei große Stahltore auf, eines direkt hinter dem Fahrzeug und eines links daneben. Die Tore zeigten sich als Zugang zu einem mit Stacheldrahtzaun umschlossenen Areal, das wir bei der Dunkelheit aber nicht weiter einsehen konnten.

Jetzt öffnete sich die Fahrertür des Toyotas ein Uniformierter stieg aus und näherte sich unserem Fahrzeug auch ich stieg aus und wir begrüßten uns mit Handschlag und Salam. Kein Wort Englisch verstand der Grenzpolizist und wir verständigten uns mit Schlagworten: comming Rub Al Khali, going Oman zusätzlich zeigte ich mich müde und erschöpft.

Jetzt erkannte ich einen zweiten Polizisten auf uns zukommen, das war der Beifahrer, auch kein Wort englisch. Die Beiden waren in saubere Tarnuniform gekleidet die Hosen an den Waden kochgekrempelt und Badeschlappen, die Beduinen Kultur lässt grüßen. Kommunikation war praktisch nicht möglich, jetzt rappelte es an einem der Tore die mit einer Kette verschlossen war. Der Beifahrer öffnete das Tor und zwei weitere Polizisten traten auf die Bühne.

Begrüßung und Diskussion, eine vernünftige Kommunikation nicht möglich bis dann einer das Handy nahm und telefonierte. One Minute no Problem, das waren aber dann wirklich die einzigen englischen Worte die rüber kamen. Keine fünf Minuten später näherten sich zwei weitere Toyotas aus dem umzäunten Areal und nun waren insgesamt acht Mann versammelt, aufgeregt diskutierend. Die beiden Polizisten hatten inzwischen ihre Badeschlappen gegen Wüstenstiefel getauscht allerdings vergessen die Schuhbänder zu schnüren.

Wir ahnten natürlich, was sie von uns wissen wollten, wie seid ihr auf diese Straße gekommen, wo war der Eintrittspunkt aus der Wüste und wo wollt ihr jetzt hin. Wir hantierten mit Karten und iPad und versuchten uns zu erklären. Einer der Herren, so stellte sich heraus, sprach jetzt plötzlich etwas englisch, er war ohne Uniform in einen braunen Dishdasha gekleidet. Uns wurden schnell klar, die wussten genau woher wir kamen: von den Seen. Unklar, so war mein Eindruck, rätselten sie wie wir auf die Miltärstraße kamen, nie war die Rede von den hohen Absperrwalls in dem Sperrgebiet, die es zu überwinden galt - das hätte man gut gestikulieren können. Nach endlosem Pallavern wurde uns verständlich gemacht: mitkommen und einem der Toyotas folgen. Es wird nicht lange dauern ein bis zwei Stunden wurde uns verdeutlicht. Und ich hatte schon die Hoffnung man ließe uns einfach ziehen, denn es ist nie eine böse Stimmung aufgekommen. Alles verlief immer sehr freundlich.

Gezwungenermaßen folgten wir dem Toyota durch das nun geöffnete Tor entlang einer Pistenstraße bis zu einem großen Gebäudekomplex. Der Toyota stoppte vor dem bewachten Eingangsportal. Eine Zugangsrampe versenkte sich im Boden und erhob sich wieder wie von Geisterhand nach unserer Durchfahrt.

Der Campus war hell erleuchtet und zeigte sich in einer ansprechenden Architektur. Wir stoppten vor einer Moschee und der Muezien war gerade lautstark zu Gange. Der "Captain is praying only five minutes" wurde uns verdeutlicht. Nach Gebetsende erschien der Captain in schneeweißem Dishdasha, dem bodenlangen Hemd und Kopfbedeckung, der Ghutrah mit Igel, der schwarzen Kordel. Es erfolgte eine kurze neutral stimmige Begrüßung und ein kurzer Rapport von seitens unseres Dolmetschers. Wieder Befragung, wie seid ihr nach Saudi gekommen, über Iran? Hierfür existiert kein Stempel im Pass, das war aber schnell geklärt. Die Benutzung der Militärstraße entlang der Grenze ist verboten, große Unwissenheit von unserer Seite. Wieder endloses Palavern bis wir schließlich von unserem Dolmetscher aufgefordert werden ihm zu folgen.

Wir wurden in ein freistehendes Gebäude geführt, zuerst Schuhe ausziehen, der Innenraum war wie ein Beduinenzelt gestaltet. Ringsherum Sitzgelegenheiten, kleine Beistelltischchen, eine Ecke mit Gaskocher am Boden zur Zubereitung von Tee und Kaffee und ein großer Fachbildschirm, zu dem wir allerdings keinen Blickkontakt hatten. Der Captain, zwei Polizisten und der Dolmetscher ließen sich auf eines der Sofas nieder, wobei einer von Ihnenunsere Pässe hatte. Wir setzten uns im rechten Winkel zu ihm ebenfalls auf ein Sofa.

Mit einer lässigen Handbewegung wurde den bereitstehenden zwei Pakistani angedeutet uns Kaffe zu servieren. Wir wurden einzeln gefragt und der Kaffee wurde dann frisch zubereitet. Dazu wurden Dattel gereicht, dieals Ersatz für den Zucker dienen, aber auch Zucker wurde uns auf Anfrage gereicht. Kommunikation mit uns fand keine statt. So saßen wir da und hatten keine Ahnung wie das nun weiter gehen wird. Nach dem Kaffee servierte man uns Obst, Weintrauben, Bananen und Orangen und immer wieder wurde uns Kaffee oder Tee angeboten. Der Captain hat nach ca. einer halben Stunde den Raum verlassen. So vergingen über zwei Stunden und nichts weiter passierte.

Endlich wurden wir aufgefordert nach draußen zu kommen, fünf oder sechs Polizisten drapierten sich mit uns vor unseren Fahrzeugenund dann ging das Handy shooting los, immer wieder musste ein anderer das Shooting übernehmen bis alle durch waren. Natürlich war das ein riesen Happening mit viel Palaver und Gelächter. Schließlich wurden wir gefragt, was mir jetzt vorhätten. Wir wollen einen Übernachtungsplatz anfahren, "wo soll der sein" wurden wir gefragt. Nach weiterem Palaver wurde uns verdeutlicht, wir werden bis dorthin begleitet.

Ok, wir fahren voraus und der Toyota mit zwei Polizisten folgt ca. 16 km die Strecke, so lesen wir es aus der Karte. Wir erreichten den Standort und merkten erst jetzt, dass uns ein zweiter Toyota auch mit zwei Polizisten besetzt folgte. Alle stiegen aus und der Platz wurde inspiziert und wieder Palaver. Irgendwann waren sich die Polizisten einig: der Patz sei viel zu gefährlich, hier könnten wir nicht übernachten. Ok, uns war inzwischen egal, wo wir für die eine Nacht stehen sollten, also wieder zurück zu nahen Tankstelle wollten wir ihnen klar machen. Diesmal fuhren die beiden Toyotas voraus und wir landeten schließlich vor einer Moschee mit zugehörigem Parkplatz.

Fast vergessen: vor Ankunft an der Moschee betankten wir unsere Fahrzeuge an der nahegelegenen Tankstelle und erst dort erhielten wir unsere Pässe zurück.

Nächster Tag Grenzübertritt Saudi nach Oman, es ging alles sehr freundlich vonstatten, aber trotzdem 3 Stunden.

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