Die Reisestruktur für Oman stand fest, zuerst Richtung Süden und eine knapp 400 km Durchquerung der omanischen Seite der Rub Al Khali. Dann über das Dhofar-Gebirge mit der Suche nach den Weihrauchbäumen. Südlichster Punkt sollte ein großer Strand südlich von Salalah ca. 40 km vor der jemenitischen Grenze sein. Zurück in den Norden entlang der Küste bis Maskat mit einer abermaligen größeren Wüstentour der Wahiba Sands von ca. 180 km und dann, wir werden sehen.
Bis Muqshim, dem letzten Ort vor dem Einstiegspunkt in die Rub Al Khali, trennten uns 700 km. Und diese 700 km waren wenig attraktiv, langweilige flache Wüstengegend vorwiegend ein Gemisch aus Kies und Sand und kaum mal ein Kamel zu sehen. Etwa ein Drittel der Strecke hinter uns, setzten wir an zu einem Abstecher in Richtung einer größeren Kalkstein-Formation. Eine nette Unterbrechung unseres bisher eher eintönigem Fortkommens und ein schöner Übernachtungsplatz.
Weihnachten verbrachten wir an einem Ort, zu dem wir spontan von der Hauptstraße abbogen, in der Nähe eines Palmenhains an den ein Parkplatz grenzte. Der Palmenhain an sich wäre natürlich der optimale Lagerplatz gewesen, aber die dazwischen liegenden Wassertümpel zwangen uns zum Rückzug. Monika und Christian luden uns zu einem Essen ein, es gab Pasta mit Christians Gemüsekreation, wir verbrachten den Weihnachtsabend in einer netten Runde.
Endlich erreichten wir den in in der Karte verzeichneten Abzweig zur Piste, nur da war keine Piste, nur Aufschüttungen durch einem Bulldozer. Nach einigem hin und her fanden wir eine Lücke und fuhren erst einmal los, mal sehen was da kommt. Schnell wechselte der kiesige Untergrund in eine hügelige Sandebene und wir passierten diese durch ständiges Zickzack-Fahren, immer wieder die Sandhügel umfahrend oder auch mal darüber hinweg. Ich hatte von 6 bar auf 4 bar reduziert und es ging gut voran. Nach wenigen Kilometern änderte sich der Untergrund, ich spürte der MAN hat nun mehr Mühe und ich wechselte in die Untersetzung. Wir waren in einem Wadi, durchzogen von breiten Weichsandfurchen und in so einer Furche saßen wir letztendlich fest. Das Wüstenabenteuer begann, erst einmal kräftig schaufeln, Sandbleche raus und weiter Luft ablassen, jetzt auf 2 bar. Eine halbe Stunde später waren wir frei. Ab jetzt mussten wir mit mehr Vorsicht fahren. Das Wadi war groß, denn am Spätnachmittag als wir uns entschlossen zu lagern, hatten wir 60 km hinter uns und wir waren immer noch im Wadi.
Am darauffolgenden Morgen starteten wir bei Sonnenaufgang, der Sand war zu diesem Zeitpunkt noch kalt und leicht feucht, das erleichtert das Durchfahren der Weichsand-Passagen. Wir erreichen die ersten Kiesebene, die sich immer zwischen den großen und unbefahrbaren Sterndünen befinden. Die Kunst war es nun einen befahrbaren Weg zwischen diesen Dünen zu finden, die immer mit einer kleineren Dünenformation miteinander verbunden sind. Diese Dünenverbindungen zu befahren ist die größte Herausforderung, macht aber auch am meisten Spass. Drei Passagen hatten wir bei denen zuerst der Weg erkundet werden musste, denn immer kurz vor den Passagen verloren sich die Spuren. Bei den kleineren Passagen fanden wir während des Durchfahrens den richtigen Weg, hohe Konzentration ist hierbei aber gefordert um nicht hängen zu bleiben, denn stehen bleiben geht meist nicht. Verliert man trotzdem den Weg, heisst es schnell auf einen Dünenhügel aufzufahren von dem man dann nach Erkundung wieder abgleiten kann.
Eine große Düne kostete uns fast einen ganzen Tag. Es hätte eine Umfahrung gegeben aber die Herausforderung lässt grüßen. Beide Fahrzeuge meisterten den steilen Aufstieg, blieben aber an der Spitze im extremen weichen Sand hängen. Es fehlten nur ein paar wenige Meter zum Umkipppunkt. Das Problem war, dass um auf den nächsten Absatz abfahren zu können ein kleines Stück auf der Spitze entlang mussten und das war Weichsand von feinster Qualität. Alle unsere acht Sandbleche von beiden Fahrzeugen kamen zum Einsatz. Ich musste einige Pausen einlegen und war am Ende fix und fertig. Schließlich waren beide Fahrzeuge am Rand des nächsten Absatzes startklar für die Weiterfahrt am nächsten Morgen. Der Lagerplatz war traumhaft und alle waren wir glücklich.
Noch am selben Abend erkundeten wir die Strecke für die Abfahrt, die aber kein größeres Problem darstellte, einige kurze Abfahrten von einer Ebene zur anderen, kurze Längspassagen und wir waren wieder auf einer Kiesebene zur Weiterfahrt zur nächsten Durchfahrt.
Die Kiesebenen klingen erstmal einfach zu befahren, trotzdem ist höchste Aufmerksamkeit geboten. Immer wieder hindern Querrillen ein schnelles Tempo und besonders zur Mittagszeit, wenn die Schatten fehlen sind sie schwer auszumachen. Auch auf Weichsandsenken ist zu achten, sonst hat die Schaufel wieder das Sagen.
Am vierten Tag erreichen wir eine geschobene Piste, wir nähern uns folglich wieder der Zivilisation. Auf der Strecke passieren wir zwei liegengebliebene Fahrzeuge: einen Sattelschlepper, der sein rechtes Vorderrad verloren hat und im seitlichen Sandbett landete und einen Kleinbus, dem ging womöglich der Sprit aus.
Es war schon am späten Nachmittag als wir auf einen Wegweiser trafen „Arabic Sand Camp“ 5 km. Das sehen wir uns mal an dachten wir. Der Abzweig war eine Sandpiste und ich haderte schon wieder bezüglich Luft ablassen, wir hatten seit der geschobenen Piste vier oder 5 bar. Aber es ging alles gut die tiefen Sandfurchen meisterten wir mit Geschwindigkeit. Das Arabic Sand Camp so stellte sich heraus war ein Touristen Camp und uns wurde erlaubt dort unsere Fahrzeuge für die Nacht zu parken. Zu unserer Überraschung wurde uns Tee und Kaffee an die Fahrzeuge gebracht und später ein komplettes Abendessen, zudem konnten wir die Duschen des Camps benutzen. Ein toller Abschluss unserer Wüstentour.
PS:Am Endpunkt der Strecke entdeckten wir noch: Landwirtschaft in der Wüste und ich machte einige Drohnenaufnahmen denn am Boden nimmt man diese Ausmaße kaum wahr.






































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